Transalp

Nachdem aus der eigentlich für heuer geplanten Rennrad Ferntour nach Rom
nichts geworden ist, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen mit zwei
RSC erprobten Arbeitskollegen eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike
zu machen.

Die Route sollte in 5 Tagen vom Heimatort eines Arbeitskollegen,
von Ruhpolding aus nach Riva am Gardasee führen.

Schnell stellte sich bei der Planung heraus, dass es gar nicht so einfach ist
vom Gardasee mit dem Fahrrad wieder zurückzukommen.
Erste Versuche dies mit der der DB tel. oder über Internet zu organisieren
liefen alle ins leere.
Auch die Umfragen im Bekannten und Freundeskreis brachten zwar die unterschiedlichsten Aussagen,
aber kein verwertbares Ergebnis.
Erst ein Anruf bei der österreichischen Bundebahn brachte Licht ins Dunkel
Und wir konnten unseren Rücktransport buchen.

Es wurde noch abgeklärt, was an Gepäck erforderlich ist und die Tagesetappen
wie gewohnt und bewährt mit Hilfe von GPSies erstellt.

Nach diesen Vorbereitungen starteten wir am Samstag, den 7. Juli
Bei kühlem aber trockenen Wetter um 8:00 Uhr in Ruhpolding.
Die erste Etappe ging über Reit im Winkel, Kössen, St. Johann in Tirol
nach Kitzbühel. Kurz hinter Kitzbühel wurde die Mittagspause eingelegt.
Bereits bei dieser ersten Etappe wurde klar, dass es doch um einiges
Langsamer und anstrengender vorangeht, wenn man das ganze Gepäck
Auf einem schweren Mountainbike mitführen muss, als wenn man
Eine Tour mit dem Rennrad und Begleitfahrzeug macht.
Eine weitere Schikane war, dass ich noch am Abend vor dem Start
Meine Karten auf dem Garmin aktualisiert hatte, wobei das gelichzeitig
durchgeführte Update dazu führte dass ich für die ganze Tour zwar
die Track´s aber eine leere Karte hatte.
Auch die ansonsten bewährte Funktion „Wegen folgen“ von GPSies
Erwies sich bei der Einstellung „Mountainbike“ als tückisch.
Teils führte der errechnete Track abenteuerlich querfeldein.

Nach dem Mittagessen ging es hinauf zum PassThurn.
Da wir kurz nach der Passhöhe die Abzweigung zum geplanten
Trail ins Salzachtal verpassten, mussten wir ca, 20 km Umweg
über Mittersill in Kauf nehmen.
Gegen 18:00 erreichten wir unser erstes Etappenziel
Wald im Pinzgau.

An zweite Tag fuhren wir nach einem Abstecher zu den
Krimmler Wasserfällen über den Gerlos Pass ins Zillertal.
Hier stand nach dem Mittagessen noch der lange Anstieg
Über den Schlegeis Speicher zum Pfitscher Joch auf dem
Programm.

Ab dem Schlegeis Speicher wurde das Wetter zunehmend
unbeständiger und so erreichten wird erst gen 19:00 bei
dicken Nebel, starkem Wind und nur 6 °C die Pfitscher Joch
Hütte, wo wir die zweite Nacht verbrachten.

 

Am dritten Tag war das Wetter wieder schön und wir konnten
Gleich zu Beginn die lange Abfahrt vom Pfitscher Joch über
St. Jakob nach Sterzing genießen.
Vor Sterzing aus ging es teils über schiebe Trails hinauf
zum Jaufenpass.
Nach einer entspannten Mittagspause knapp unterhalb der
Passhöhe konnten wir eine traumhafte kleine Nebenstraße
bis hinunter nach Meran genießen.

Eigentlich wollten wir in Meran übernachten, aber das Preisniveau
ließ uns dann schnell zu dem Entschluss kommen, noch einige
Kilometer weiter zufahren bis nach Lana und dort ein Quartier
für die Nacht zu suchen.
Hier kamen wir in einer sehr gemütlichen kleinen Frühstückspension unter.

Der 4. Tag startete ganz gemütlich und flach die Obstplantagen bis
Nals. Hier begann dann ganz abrupt der Anstieg zum Gampenjoch.

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Nach erreiche der Passhöhe fanden wir einen gemütlichen kleinen
Buschenschank für die Mittagspause. Dort erklärte man uns,
dass unsre geplante Route wegen Bauarbeiten gesperrt ist.
Dank den freundlichen Wirtsleuten fanden wir aber eine sehr
schöne alternative, allerdings wieder mit Schiebpassen bergauf
durch den Wald.
Nach einer langen und teils sehr steilen Abfahrt kamen wir in Cles
am Lago die Santa Giustina unserem Etappenziel an.

Da es aber noch früher Nachmittag war und die Wetterausichten für den
nächsten Tag nicht die besten waren, beschlossen wir noch einige
Kilometer weiterzufahren.
Zuerst hatten wir noch schöne Nebenstraßen, doch mit einem Mal
führte uns der Track in eine Obstplantage wo ein steiler immer schlechter
werdender Pfand in eine tiefe Schlucht führte.
Unter angekommen mussten wir feststellen, dass kein Brücke über den
dort fließenden Fluss vorhanden war.


Also Schuhe aus und Räder durch den Fluss schieben bzw. tragen.
Nach der Schiebpassage auf der anderen Seite der Schlucht holte
uns auch das angesagte schlechte Wetter ein und bei strömendem Regen
zog sich die Quartiersuche dank der „präzisen“ Ortsangaben der befragten
Personen etwas in die Länge:
Aber nichts desto trotz fanden wir noch eine schöne Unterkunft für die Nacht.

Der 5. Tag begann zuerst mit einer schönen Abfahrt, bevor wieder
ein Teils sehr steiler Anstieg von Maso Milano nach Andalo begann.
Von Andalo konnten wir eine herrlichen Trail durch schattige Wälder
bis zum Lago di Molveno genießen


Nach der Mittagspause wurde das Wetter wider Erwarten docj wieder sehr heiß.


Auf der Abschließenden Abfahrt vom Passo die Ballino nach Riva am Gardasse
gab mir ein metallisches Geräusch zu verstehen, dass nicht nur meine Kräfte,
sondern auch meine Bremsbeläge verschlissen waren.

Am Gardasse angekommen ließen wir es nach der Quartiersuche
erst mal ruhig angehen schauten uns während des Abendessens
den „Brexit“ bei der WM an.

Der Donnerstag war eigentlich als kompletter Ruhetag geplant:
Da unser Zug für die Rückreise am Freitag allerdings schon 08:30
in Rovereto abfuhr und auf den 30 km dorthin auch noch ein paar hundert
Höhenmeter zu überwinden waren entschlossen wir uns am Nachmittag doch
noch mal zu einem weiteren Quartierwechsel nach Rovereto.

Die Rückfahrt mit dem Zug gestaltete sich im Großen und Ganzen problemlos.
Jedoch mussten wir feststellen, dass immer auch eine Portion Glück
dazugehört zusammen mit seinem Rad von der Bahn auch wirklich mitgenommen
zu werden.
Da man für die Regionalzüge keinen Platz für sein Rad reservieren kann,
kann es immer wieder vorkommen, dass einen der Schaffner einfach am Bahnsteig stehen lässt,
wenn er meint, dass keine Räder mehr Platz haben:
Dies haben wir bei den folgenden Stationen auf unserer Rückreise immer wieder
bei anderen Radfahrern erleben müssen.
Wir kamen jedoch gut bis Salzburg durch und so fand mein erster Transalp
einen schönen Abschluß.

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