RSC-Ferntour nach Amsterdam

Ankunft

Die Hafenstadt Amsterdam war dieses Jahr Ziel der traditionellen 1000-km-Mehrtagestouren des RSC. Kaiserwetter begleitete das Sechs-Mann-Team durch wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaften der Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bis in die Niederlande, wobei befreundete Radler es sich nicht nehmen ließen, das RSC-Team auf einzelnen Tagesetappen zu begleiten. Wer beim Stichwort „Amsterdam“ an „flach wie Holland“ dachte, wurde spätestens im Pfälzer Wald, dem Hunsrück oder der Eifel eines besseren belehrt.

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Am ersten Morgen ging es bei hochsommerlichen Temperaturen zunächst über Mühldorf und Landshut nach Rottenburg an der Laaber. Nach einer ausgiebigen Mittagspause wurde bei Kelheim die Donau überquert und im Altmühltal auf flachem, kräftesparenden Profil Kurs auf Beilngries genommen. Mehrere kleinere Anstiege beendeten schließlich den Tag in Greding an der Autobahn zwischen Ingolstadt und Nürnberg.

Altmühl_x

Der nächste Tag führte vorbei am Großen Brombachsee nach Gunzenhausen, wo wiederum die Altmühl überquert wurde. Nach einem kurzen Abstecher in die mittelalterliche Altstadt von Rothenburg ob der Tauber wurde die Jagst erreicht, deren schlängelndes Flusstal erst wieder bei Möckmühl verlassen wurde. Nun mussten auf ruhigen Straßen noch einige Steigungen überwunden werden, bis eine lange Abfahrt nach Mosbach am Neckar den Tag beendete.

Guide_Erwin_x

Am folgenden Morgen sollte eine weiträumige Umleitung für zusätzliche Kilometer sorgen. Nach kurzen Verhandlungen mit den Bauarbeitern durfte die gesperrte Brücke aber dann doch passiert werden. Ein für Rennräder grenzwertiger Anstieg jenseits von fünfzehn Prozent führte aus dem Neckartal hinauf in hügeliges Gelände, vorbei an den Ausläufern des Odenwalds in die Universitätsstadt Heidelberg. Zwischen Mannheim und Ludwigshafen wurde schließlich der Rhein überquert, bevor Kurs auf die landschaftlich reizvollen Höhen des Pfälzer Waldes genommen wurde.

Eifel_1_x

Kirn am Hunsrück war dann Ausgangspunkt für die wohl anspruchsvollste Etappe der Tour, galt es doch auf 200 Kilometer Länge fast 3000 Höhenmeter zu überwinden. Spätestens bei der Abfahrt ins Moseltal deutete sich an, dass es auch das landschaftlich reizvollste Tageserlebnis werden könnte. Bald wurde die Mosel in Richtung Eifel wieder verlassen, auf deren Höhen die Seen der Vulkaneifel die Route begleiteten. Die bis dahin angenehm ruhige Verkehrslage änderte sich erst wieder auf den Abfahrten der Nordeifel in Richtung Aachen, wo der erfolgreiche Abschluss der „Königsetappe“ sogleich mit ein paar kühlen Bieren begossen wurde.

Tag_5-Allee

Nachdem  zu Beginn der fünften Etappe die letzten Hügel überwunden waren, ging es auf ausschließlich flachem Gelände zügig in Richtung Norden. Jenseits der niederländischen Grenze wurde bei Roermond die Maas überquert und bei aufkommendem Gegenwind in geordneter Windschatten-Formation Kurs auf das Tagesziel Utrecht genommen. Mit der Zeit tasteten sich die Götzinger Radler an die Eigenheiten des niederländischen Straßenverkehrs heran, wo Straßen- und Radwegenetz gleichberechtigt und in der Regel strikt getrennt nebeneinander existieren. Gewöhnungsbedürftig war unter anderem die souverän-flotte Fahrweise der Radler beiderlei Geschlechts im städtischen Berufsverkehr, wo die Zweiräder bei weitem in der Überzahl sind. Undenkbar scheint es dort, dass ein Autofahrer einem Radler auf dessen Spur die Vorfahrt streitig macht. Beide Fraktionen respektieren sich gegenseitig ohne Aggression.

Fähre_x

Am frühen Nachmittag wurden noch einmal die Maas und der nördliche Rheinarm jeweils mit der Fähre überquert, bis schließlich nach 1030 Kilometer Gesamtstrecke und etwa 8500 Höhenmetern das letzte Quartier in der Universitätsstadt Utrecht bezogen werden konnte. Von dort aus sollte planmäßig am nächsten Morgen auf einer gemütlichen Tour das noch etwa fünfzig Kilometer entfernte Amsterdam erkundet werden. Mit der Gemütlichkeit war es jedoch schnell vorbei, denn auf dem gut ausgebauten Radweg entlang des Amsterdam-Rhein-Kanals blies dem RSC-Team ein unangenehmer Wind entgegen, der erst wieder im Stadtgebiet  seine Kraft verlor. Ohne weitere Probleme ging es vorwärts ins Zentrum der Hauptstadt, wo am Rembrandtplatz die Räder zusammengekettet und die Stadttour zu Fuß fortgesetzt wurde.

Holland_x

Ein paar platte Reifen, ein Sturz der leichteren Art sowie eine großartige Vielfalt von Landschaften und Eindrücken waren Teil der Bilanz einer Tour, die von Erwin Heger akribisch vorbereitet und geleitet wurde. Er brachte wiederum den Spagat zustande, für Rennräder geeignete und doch weitgehend verkehrsarme Routen auszuwählen.  Eine souveräne Leistung vollbrachte auch Ludwig Stöckl im Begleitfahrzeug. Er sorgte für Getränke und die Kalorienspender zwischendurch, organisierte die Lokale für die Cappuccino- und Mittagspausen und ließ sich trotz der zahlreichen, für Autos unpassierbaren Straßenbaustellen auf Dauer nicht abschütteln.

Amsterdam-Rhein-Kanal

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